CSV Umweltschutztechnik-GmbH
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Schadstoff PCB / PCP

 

PCB sind z. B enthalten in Akustik-Deckenplatten, Dehnungsfugen, Feuerschutzanstrichen etc. enthalten.

 

Definition:


Der Name PCB ist eine Abkürzung und steht für "polychlorierten Biphenylen", dabei handelt es sich um ein komplexes Gemisch aus 209 organischen Einzelstoffen. Die handelsüblichen technischen Gemische sind von flüssiger bis zäher Konsitenz. PCB besitzen einen einheitlichen Grundkörper, dem Chloratome in verschiedener Anzahl und an verschiedenen Stellen angelagert sind. Einzelne Vertreter der PCB werden im folgenden dem allgemeinen Sprachstandard entsprechend als Kongenere bezeichnet. Bei der systematischen Bezeichnung der PCB wird dem Begriff "Biphenyl" die Stellung und Anzahl der Chloratome vorausgestellt. Neben dieser systematischen Bezeichnung wurden alle 209 PCB mit einer Nummer versehen (gemäss IUPAC bzw. Ballschmiter/Zell).


PCB besitzen eine Reihe von charakteristischen Eigenschaften, die zu vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten geführt haben:


- Nichtbrennbarkeit
- Weichmacher
- hoher elektrischer Widerstand
- große Dielektrizitätskonstante
- Wasserunlöslichkeit
- Stabilität gegen Hitze und Licht

 

Einsatzgebiete:


Die Einsatzgebiete von PCB sind unterschiedlichester Art wie z. B.


- Feuerschutzanstriche
- Farben/Lacke
- Dichtungsmaterialien
- Kunststoffe
- Klebstoffe
- Transformatorenöl
- Kondensatorenöl


Beim technischen Einsatz wurden stets Gemische von PCB verwendet, die sich im Chlorierungsgrad unterschieden. Diese Gemische wurde üblicherweise unter dem Handelsnamen "Clophen" bzw. "Aroclor" vertrieben. Nachstehender Auflistung können Angaben über den Gesamtchlorgehalt dieser Gemische entnommen werden.
 
Primärquellen:


Um die Frage zu klären, ob im Gebäude eine Gefahr durch PCB-haltige Materialien besteht, werden überlicherweise im ersten Schritt Materialproben entnommen und analysiert. Mit einer Belastung der Innenraumluft muss insbesondere durch Dehnungsfugen (speziell durch den bis Anfang der 70er Jahre eingesetzten Werkstoff "Thiokol") und Deckenplatten (z. B. Wilhelmy-Micropur S) gerechnet werden.

 

Sekundärquellen:


Hohe PCB-Raumluftkonzentrationen können über einen langen Zeitraum zu einer Kontamination praktisch aller Einrichtungsgegenstände mit großen Oberflächen führen. Diese sogenannten Sekundärquellen können nun ihrerseits zu einer Belastung der Raumluft führen. Dies kann nach Sanierungen dazu führen, dass Sanierungsleitwerte bezüglich der Raumluftkonzentrationen trotz des Entfernen der Primärquellen nicht eingehalten werden können.

Typische Sekundärquellen sind z. B.:


- Teppichboden/Teppich
- Kleinflächige Dachplatten

- Fassadenverkleidungen
- Fußboden
- Textilien
- Tapeten
- PU-Schaum
- direkt an Fugenmasse angrenzende Betonteile
- Altstaubablagerungen
- Deckenabhängungen
- Einbauschränke

 

Gesundheitsschäden durch PCB:

 

Erste Hinweise auf die Giftigkeit (Toxizität) von PCB ergaben sich 1968 in Japan bei einer Massenvergiftung von über 1.000 Menschen. Durch einen Unfall war PCB in Reisöl gelangt und führte bei den Betroffenen zu dauerhaften Gesundheitsschäden wie Chlorakne, Leberschäden und Blindheit. Ähnliche, unfallbedingte Vergiftungserscheinungen wurden 1979 in Taiwan beobachtet.
Die akute Toxizität von PCB wird als gering eingestuft. Problematisch ist jedoch die Gefahr von chronischen Gesundheitsbeeinträchtigungen bei entsprechender Langzeitaufnahme. In der Liste der maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen wurden PCB als Stoffe mit möglicher fruchtschädigender Wirkung und begründeten Verdacht auf krebserzeugendes Potential eingestuft.

 

Heutzutage wird einzelnen PCB-Kongeneren mit strukturellen Ähnlichkeiten zum 2.3.7.8-TCDD (oft als "Seveso-Gift" bezeichnet) ein besonderes toxisches Potential zugeschrieben. Hierbei handelt es sich insbesondere um die sogenannten "coplanaren PCB" 77, 126 und 169.
Durch die Erkenntnis, dass PCB ein bisher unterschätztes, gesundheitsgefährdendes Potential aufwiesen, kam es in Japan 1972 zu einem PCB-Verbot, die USA und England stellten im Jahre 1977 die Produktion ein. In Deutschland wurde 1989 die PCB-Verbotsverordnung herausgebracht.


Trotz dieser Maßnahmen gehören PCB heutzutage zu den typischen Umweltschadstoffen. Weltweit zu rund 1.000.000 Tonnen hergestellt, sind sie in Spuren über die gesamte Erde verteilt und in Pflanzen, Tieren und Menschen nachweisbar. Die tägliche Aufnahme von PCB über die Nahrung ist praktisch nicht mehr zu vermeiden. Es muss daher ein wichtiges Ziel für die Zukunft sein, jede zusätzliche PCB-Belastung für den Menschen auszuschalten. In diesem Zusammenhang gerät zurzeit die Kontamination von Innenraumluft durch PCB- haltige Baumaterialien zunehmend in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion.

 

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